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Bergamo Die Stadt auf dem Hügel
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Die Stadt auf dem Hügel

Der Name Bergamo stammt angeblich aus dem Keltischen: Berg-heim war, wie im Deutschen auch, die Heimstätte auf einem Berg. Die Bezeichnung passt nur allzu gut zur charakteristischen Lage der antiken Stadt, die sich umgeben von ihren Mauern auf einem Hügel zwischen Tälern und Bergen erhebt. Die Mauern, im 16. Jahrhundert von Venedig erbaut, bilden das unverwechselbare Stadtbild des Bergamos auf dem Hügel, das als Città Alta (Oberstadt) bekannt ist. Innerhalb der mächtigen Befestigungsmauern, die sich über eine Länge von fast sechs Kilometer erstrecken, konzentriert sich die Mehrzahl der Sehenswürdigkeiten und historischen Denkmäler.

Der Aufstieg per Seilbahn

Die Seilbahn („funicolare“) ist unter allen möglichen Zugängen von der Unter- zur Oberstadt sicherlich der einzigartigste und faszinierendste. Mit der Bahn gelangt man auf einer Strecke mit wechselnden Aussichten direkt ins Herz der Altstadt. Vom Bahnhof an der Viale Vittorio Emanuele bis zur Ankunft ist die Fahrt kurz, aber ergreifend. Kaum der Gondel entstiegen, hat der Ankommende den Eindruck, die antike Stadt liege wie in einer Nussschale vor ihm. Der Besuch wird zu einem Wechselspiel von Eindrücken, sobald man den Hauptweg verlässt und in das Wirrwarr der mittelalterlichen Gassen und Plätze eindringt. 

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Spaziergang zwischen Kunst und Geschichte

Dank seiner überschaubaren Größe lässt sich die Oberstadt (Bergamo Alta) angenehm zu Fuß entdecken. Sobald man aus der Bergstation der Seilbahn tritt, öffnet sich der Blick auf das historische Zentrum mit dem „Platz des Schuhmarktes“ (Piazza Mercato delle Scarpe). Genau gegenüber beginnt die Via Gombito, die zu einem schlanken Turm führt. Der mittelalterliche Torre Gombito erhebt sich zur Linken einer engen Kreuzung von vier Gassen. Nach dieser Weggabelung erhebt sich wie auf einer Theaterbühne der Vorhang zur magischen Piazza Vecchia (Alter Platz). Dieser außergewöhnliche Platz gilt als einer der schönsten Italiens. Der Weg führt weiter vorbei an Gebäuden, die alle ihre Geschichte zu erzählen haben, zum Beginn der Via Colleoni. Zur Linken erscheint die Fassade des Teatro Sociale, ein Werk des Architekten Leopold Pollak (1803), zur Rechten, unter der Hausnummer 9, ein Marmorportal aus dem 15. Jahrhundert, hinter dem sich die Reste des Hauses des Heerführers Bartolomeo Colleoni finden. Der Weg mündet in die Licht durchflutete Piazza Mascheroni, die im 16. Jahrhundert erbaut wurde, um den Markt zu beherbergen. Der Turm erhebt sich im Hof der Zitadelle, durch den hindurch der Besucher den Colle Aperto erreicht. Von hier fahren die Autobusse Richtung Bergamo Bassa (Unterstadt).

Piazza Vecchia, eine der schönsten Plätze Italiens

Piazza Vecchia stellt das wahre Zentrum der Stadt dar. Ihre Schönheit, die harmonischen Proportionen von Fülle und Linien, die sie unvergesslich machen, sind nicht das Werk des Genies eines Architekten. Sie wurde von Generationen von Einwohner Bergamos geschaffen, im Wechsel von Kunst und Geschichte. Die Blicken ruhen in der Mitte sofort auf der schönen weißen Fontana Contarini (Contarini Brunnen). Sie gleiten weiter entlang den Gebäuden auf beiden Hauptseiten des Platzes in Richtung des Palazzo della Ragione (Palast der Vernunft), der die Piazza am Ende abschließt. Die Fassade des im 12. Jahrhundert gegründeten Palazzo dominiert ein Löwe, der Venedig symbolisiert und an die der Jahrhunderte alten kulturellen und wirtschaftlichen Beziehungen zwischen beiden Städten erinnert. In einer Ecke erhebt sich der Torre del Comune (Stadtturm), auch Torre del Campanone (Turm der großen Glocke) genannt. Die Glocke, ein Wahrzeichen des Gemeinsinns, läßt jeden Abend in Erinnerung an die alte Ausgangssperre 180 Schläge erklingen. Der Platz war bis zum 19. Jahrhundert Sitz der politischen und administrativen Macht. Daran erinnern der Palazzo des venezianischen Podestà (Bürgermeisters) und das Rathaus. Es besticht durch seine imposante Marmorfassade, hinter der sich heute die städtische Bibliothek verbirgt.

Piazza Duomo, das spirituelle Zentrum

Durch den Säulengang unterhalb des Palazzo della Ragione öffnet sich der Blick auf einen weiteren städtischen Raum: die Piazza del Duomo (Domplatz). Er ist nicht weniger bedeutungsschwer, hier verdichten sich Werte und religiöse Geschichte des Landes von Bergamo. Dem Platz zugewandt ist die Kathedrale, die dem Schutzpatron, dem Heiligen Alexander, gewidmet ist. Unter ihr wurden die Reste zweier alter Basiliken gefunden, darunter einer vorchristlichen. Ebenfalls auf den Domplatz blickt die Basilica di Santa Maria Maggiore, eine nüchterne romanische Hülle, die ihren prächtigen barocken Schmuck wie einen Schrein umschließt. Auch die Cappella Colleoni (Colleoni Kapelle) findet sich hier, ein Meisterwerk der lombardischen
Renaissance, das Giovanni Antonio Amadeo errichtete. Auftraggeber war der Große Kapitän, der in einer glücklichen szenischen Fügung neben dem Grab der Tochter Medea und der Taufkapelle liegt.

Basilika SANTA MARIA MAGGIORE

Die Kunstschätze, die sich in acht Jahrhunderten in der Basilika angesammelt haben, lassen selbst den anspruchvollsten Besucher erstaunen. Außen empfängt uns die nördliche Vorhalle, auch Vorhalle der roten Löwen genannt, oder jene südliche, deren Kolonnen hingegen von weißen Marmorlöwen gestützt werden. Beide sind das Werk von Giovanni da Campione. Im Inneren wandert das Auge des Betrachters von den Fresken, die einst den gesamten Tempel bedeckten, zu den Gobelins und dem Chor mit seinen berühmten Einlegearbeiten, die auf Zeichnungen von Lorenzo Lotto zurückgehen. Nicht zu verpassen ist der Besuch in der angrenzenden Colleoni Kapelle, die in ihrem Inneren Fresken von Tiepolo enthält.

Die Mauern
Von Colle Aperto aus beginnt ein angenehmer Rundgang entlang der alten Stadtmauern. Es scheint, als wandele man auf einem frei schwebenden Balkon mit wechselnden Aussichten auf die alte Stadt und das moderne Bergamo, das sich im Tal ausbreitet. Man kann in den Spaziergang auch einen Besuch der großartigen unterirdischen Gänge einschließen, die am Schutzwall von San Giovanni das Tageslicht erblicken. Wer das monumentale Stadttor Porta Sant’Agostino erreicht, sollte auch die paar Schritte zum Piazzale della Fara weitergehen. An dieser prächtigen Naturbühne liegt die frühere Kirche von Sant’Agostino mit dem Kloster, das heute die Universität beherbergt. Geht man die wenigen Schritte auf der Via Fara zurück, erreicht man die Kirche San Michele al Pozzo Bianco mit Fresken von Lorenzo Lotto.

Das sollten Sie nicht verpassen

Es gibt drei privilegierte Aussichtspunkte, um die antike Stadt von oben zu beobachten - wir wollen sie Ihnen zeigen. Der Torrione della Rocca (Hauptturm der Burg) wurde im 4. Jahrhundert dort erbaut, wo sich damals ein hochmittelalterliches Schloss erhob. Der Turm bietet- neben bester Sicht auf die Berge - einen einzigartigen Blick auf die Wehr- und Glockentürme sowie Kuppeln der alten Stadt. Zum anderen ist es der Torre Civica (Bürgerturm), der von der Piazza Vecchia mit einem modernen Aufzug erreichbar ist. Der Turm erlaubt einen 360 Grad-Panoramablick über den gesamten Ort mit den wichtigsten Bauwerken. Schließlich bietet sich der Colle San Virgilio an, der die Stadt überragt. Nicht zu verpassen ist der Aufstieg mit der Funicolare (Seilbahn), deren untere Station sich unweit des Colle Aperto findet, nur kurz hinter der Porta Sant’Alessandro. Oben angekommen kann man das Schloss erreichen, das eine außergewöhnliche Aussicht über die Stadt, das Tal und die Berge bietet. Man kann natürlich auch über kleine Pfade und Stufen die wunderschöne Hanglage erkunden, die sich zwischen Blumen-und Obstgärten, eleganten Wohnungen Kirchen und Wallfahrtskirchen
erstreckt.


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